KANELBULLAR

 

Seltsamerweise sind es nie die Airports selbst, in denen uns das Gefühl überkommt, wir seien durch Raum und Zeit geschleudert worden. Vielleicht liegt das daran, dass alle Flughäfen sich ähnlich sehen – man also immer da ist und dort zugleich. Vielleicht ist es auch die allgemeine Nervosität dieser Orte, ihre sachliche Betriebsamkeit, die unsere Wahrnehmung irritiert und uns nicht erkennen lässt, in welcher Lage wir uns tatsächlich befinden. In einem Airport ist man ein Neutrum, mit Ziel aber ohne Ausrichtung, ohne Pol – eine Transportaufgabe, definiert durch Ticketnummer, Abflugzeit, Gepäckschein.

Erst wenn man den Flughafen verlassen hat, kommt irgendwann der Moment, in dem man sich erinnert, dass das eigene Dasein immer auch durch die Geographie bestimmt wird, dass es einen Unterschied macht, ob man im Taxi durch Peking rast oder auf einem Boot durch die Ostsee gondelt. Es ist dieser Moment, in dem einem die eigene Situation seltsam unwahrscheinlich vorkommt, als sei sie nicht ganz in der Gegenwart verankert – und auch wenn man weiss, wo man ist, ist man nicht wirklich da, noch nicht. Vielleicht ist diese leichte Abwesenheit nichts als der Versuch, einen Ort für das Ausgelassene in Zeit und Raum zu schaffen – eine Art Lücke, in der all die Dinge ihren Platz haben, die man nicht versteht, die man beim Flug mit der Zeit oder gegen sie ausgelassen, verpasst hat.

REZEPT
KANELBULLAR

(Schwedische Hefeschnecken mit Zimt und Kardamom)

ZUTATEN (FÜR ETWA 20 BIS 25 Stück)

2 dl Milch
1 Würfel frische Hefe (42 g oder auch etwas weniger)
70 g Butter
500 g Weizenmehl (Halbweissmehl)
½ TL Salz
75 g Zucker
20 Kapseln Kardamom & die Samen aus den Kapseln gelöst und im Mörser pulverisiert
70 g Butter, so warm, dass sie streichfähig ist
40 g Zucker
2 EL Zimt, frisch gemahlen
1 Ei
1 kleine Tasse Hagelzucker

Zubereitung

1. Die Milch leicht erwärmen (auf etwa 35°C), die Hefe darin auflösen und rund 10 Minuten stehen lassen.

2. Butter zergehen lassen. Mehl in eine tiefe Schüssel geben, Salz daruntermischen und eine Mulde hineindrücken.

3. Die aufgelöste Hefe mitsamt der Milch, Zucker und Kardamom beigeben und alles zu einem Teig verrühren – wenn nötig etwas mehr Mehl oder umgekehrt etwas Wasser zugiessen.

4. Sobald der Teig einigermassen zusammenhält, kann man ihn aus der Schüssel auf eine saubere, gleichmässig mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche heben und ihn hier rund acht Minuten ausgiebig kneten.

5. Teig zu einer Kugel formen, dick mit Mehl bestäuben und in der Schüssel, mit einem feuchten Tuch zugedeckt an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen.

6. Backtrennpapier auf ein Backblech legen. Teig auf einer mit Mehl bestäubten Oberfläche zu einem länglichen Rechteck von etwa 30 x 50 (oder 60) cm ausrollen – er sollte noch etwa 3 mm dick sein.

7. Mit der weichen Butter bestreichen. Zimt und Zucker mischen und gleichmässig darüber streuen.

8. Teig (ohne stark zu pressen) der Länge nach zu einer (logischerweise rund 50 bis 60 cm langen) Rolle aufwickeln und in etwa 20 bis 25 gut 2 cm dicke Stücke zerschneiden.

9. Die Teigstücke mit ausreichendem Abstand (etwa 3 cm) auf das Backblech setzen. Nochmals rund 30 bis 60 Minuten gehen lassen – dabei gehen die Schnecken nochmals deutlich auf.

10. Das Ei mit 2 EL Wasser mischen und die Schnecken damit bepinseln. Mit Hagelzucker bestreuen. In der Mitte des auf 240°C vorgeheizten Backofens rund 8 Minuten (je nach Ofen auch etwas kürzer oder länger) backen.

11. Auf dem Blech oder besser noch auf einem Gitterrost auskühlen lassen.