The Times They Are A-Changin'

Dieses Bild gehört zu den letzten, die der Fotograf Lucas Mebrouk Dolega gemacht hat. Am 17. Januar 2011 ist er bei seiner Arbeit in Tunesien getötet worden. Er wurde von einer Tränengas-Granate am Kopf getroffen, die ein Polizist aus kurzer Distanz auf eine Gruppe Fotografen schoss.
Foto: Lucas Dolega EPA/Keystone

neuland im Februar 2011

Liebe Leserinnen und Leser,
die vierte Ausgabe des multimedialen Monatsmagazins «neuland» ist aktuell und nachhaltig, willkommen bei diesem Spagat!

Tag für Tag demonstrieren in der arabischen Welt Menschen gegen korrupte Regierungen. Tausende, Zehntausende, am historischen 1. Februar waren es in Ägypten sogar über eine Million. Die weitere Entwicklung ist ungewiss. Sicher ist, dass die Menschen die Angst vor freier Meinungsäusserung verloren haben. Eine heterogene Opposition, die es jahrzehntelang gar nicht zu geben schien, hat vieles in Bewegung gebracht. Doch der Volksaufstand in Tunesien und Ägypten, die Proteste in Algerien, Jordanien und Jemen kommen nicht aus heiterem Himmel.

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Heftig wurde in den Feuilletons über «Wikileaks» und die Frage debattiert, was vertrauliche Informationen auslösen, die den Weg an die Öffentlichkeit finden. Eine vorläufige Zwischenbilanz: Die meisten Leaks bestätigen das, was längst vermutet wurde. Ein Spezialist für Hinterzimmer-Geschichten ist Gian Trepp, dessen Bankenkritik sogar in Japan erschienen ist. Rudolf Elmer, mit seiner früheren Arbeitgeberin Bank Bär im Clinch und bei Redaktionsschluss erneut in Untersuchungshaft, bezeichnet Trepp als seinen «Mentor». Trepp schreibt in «neuland» über die heikle Gratwanderung, die Vertrauensperson eines Whistleblowers zu sein. Und warum er findet, Elmer könnte einen wichtigen Beitrag zur Sanierung des Finanzplatzes Schweiz leisten.

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Das Cover zur vierten «neuland»-Ausgabe hat die Basler Künstlerin Barbara Nägelin gestaltet. Drei ihrer Video-Installationen sind noch bis am 20. Februar 2011 im Ausstellungsraum Klingental in Basel zu sehen.

Titelgeschichten in TIME und SPIEGEL: Der sagenhafte Aufstieg und Erfolg von Facebook macht Schlagzeilen, auch negative. Zu Kritik etwa hat der weitverbreitete «Gefällt mir»-Button Anlass gegeben. Warum wir uns diese zu Herzen genommen haben, erfahren Sie in unseren häufig gestellten Fragen. Was uns nicht daran hindert, mit Freunden und Fotografen aus aller Welt via Facebook in Kontakt zu bleiben. Und auf Facebook hin und wieder mitzuteilen, was sich bei «neuland» tut.
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Auch die vierte Ausgabe von «neuland» bringt neben Lektüre Augenfutter und Hörgenuss für Herz und Hirn. Der Dokumentarfilm «Was bleibt ...» ist eine berührendes Wiedersehen mit dem Dichter Erich Fried. Der Fotograf Thomas Kern entführt uns in «Rap Créole» ins Quartier Fort National der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Und lassen Sie sich überraschen, mit welchen Bildern das  «Kino zwischen den Ohren» aufwartet.

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Nehmen Sie sich Zeit, «neuland» zu entdecken. Lassen Sie uns wissen, wie und warum Ihnen «neuland» gefällt. Oder auch nicht. Schenken Sie sich selbst oder Ihren Freunden eine Reise ins «neuland». Dass Sie sich an jedem ersten Freitag des Monats gerne an die neue «neuland»-Nummer erinnern lassen, davon gehen wir sowieso aus. Damit Sie nicht vergessen: The Times They Are A-Changin'.

Für neuland #4
Daniel Hitzig

neuland #5 erscheint am 4. März 2011.