Roland
Steiner *1949

Geboren in der DDR. Gewachsen, geträumt und gelesen bis zum Prager Frühling. Endgültig aufgewacht im Grundwehrdienst. 6 Jahre Filmhochschule Babelsberg, lag im Grenzgebiet zweier Welten 70–76.
Kunst in der Bedingung des Politischen um jeden Preis. Ziel Spielfilm, Poesie ... geworden sind es 30 Jahre reale Begegnungen, Liebe zum Dokumentarfilm.

Filme für Vorschulkinder, vorsichtige Zeichensprache 77–79.
Arbeit mit Jugendlichen, eindringen in geschlossene Räume 80–83.
Meine Generation, lasst uns endlich miteinander reden 84–85.
Bruch mit dem System, nach filmischem Selbstportrait. Arbeit mit Günter Wallraff, Heinrich Hannover und Erich Fried 86–89.
Dazu 5 Jahre filmisches Leben mit Skins, Punkern und Gruftis 85–89, Premiere «Unsere Kinder» am 5.11.89.
Poetisches Portrait eines Philosophen, der sich konsequenterweise selbst tötete, bevor die Zeitenwende eine Wende war 90. Letztes Gespräch mit Wolf Kaiser, Berliner Ensemble, Schauspieler, sprang nach der Wende 92.

Fachrichtungsleiter Regie HFF Babelsberg, 91–93 selbst beendet. Auszeit, Ausbildung zum Therapeuten, Arbeit in anthroposophischer Einrichtung für geistig und körperliche Schwerstbehinderte 93–96.
Besinnung, gute Arbeit, weltlich geblieben. Leiter journalistische Ausbildung Uni Oldenburg, Versuch ein trojanisches Pferd zu bauen 96–2000, oft erfolgreich.

Eigene Medienausbildung mit durchschnittlich 50 Teilnehmern bis heute, gute Arbeit, macht mich unabhängig.
Langzeitprojekte, Filme: seit 2000. Künstlerin mit Parkinson, 2 Jahre. Den letzten deutschen Auswanderer (1805–1830) in Aserbeidschan, 3 Jahre. Arbeit mit Kindern in Palästina, 2 Mal. Eine kleine Insel im Atlantik mit besonderen Menschen, 1 Jahr. Theaterarbeit mit arbeitslosen «nicht vermittelbaren» Jugendlichen, 1 Mal. Fiktive Begegnungen zwischen Galilei und Aristoteles für Schüler, mehrere Filme (EU-Projekt). Meist privater Vertrieb, immer: Ausbildung.
In Arbeit: drei Monate am Zürcher Schauspielhaus, zärtlicher Film über die letzte Inszenierung Peter Zadeks.
Genuss der jeden Tag neu zu erwerbenden Freiheit, Liebe, Kinder, Norwegen.
Zitat: «Ich bin kein ungeschrieben Buch, ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch» (frei nach Conrad Ferdinand Meyer, Huttens letzte Tage).

Publikationen bei «neuland»

#4: Was bleibt ...