neuland im Sommer

Illustration: Lena Eriksson

Neuland, im Juni 2011

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,
herzlich willkommen zur Sommeredition von Neuland! Es erwartet Sie viel gute Musik von einem Meister der guten Vibes, Eric Facon, es erwartet Sie guter Journalismus zu aktuell bleibenden Themen, es erwartet Sie Kunst, ein Fortsetzungsroman und ein Dokumentarfilm, der bisher nur an Festivals zu sehen war. Schön sind Sie dabei!

Nur wenige Tage nach der mit 20'000 Teilnehmenden grössten Anti-AKW-Demonstration der vergangenen Jahre haben es vier Frauen möglich gemacht: Die Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard, Eveline Widmer-Schlumpf und Simonetta Sommaruga gaben am 25. Mai den Ausschlag zum gestaffelten Ausstieg aus der Atomenergie. Immerhin. Mit vier zu drei Stimmen beschloss der Bundesrat, dass in der Schweiz künftig keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden und die fünf bestehenden Werke am Ende ihrer Betriebsdauer nicht mehr ersetzt werden sollen. Das erste Atomkraftwerk würde demnach etwa 2019 vom Netz gehen, das letzte 2034. 2019 soll Beznau I abgeschaltet werden. Beznau II und Mühleberg sollen 2022 folgen, Gösgen 2029 und Leibstadt 2034. Der Nationalrat hat am 8. Juni diesen bundesrätlichen Vorschlag zum Ausstieg aus der Atomkraft bestätigt. Die Zustimmung erfolgte über die Parteigrenzen hinweg mit einer grossen Mehrheit.

Meteorit, 2011. Das Cover der siebten Ausgabe wurde von Jan Voellmy gestaltet und lädt ein, durch luftige Höhen in das «Neuland» der Texte, Bilder und Töne einzufliegen.

Das ist zumindest ein guter Anfang. Dieser vorläufige Entscheid entbindet aber nicht, weiterhin wachsam zu bleiben und hartnäckig für einen vollständigen Atomausstieg weiterzukämpfen. Oder wie es der Schriftsteller Pedro Lenz in seiner Rede, die er im Mai bei einem Protestpicknick vor dem Hauptsitz des Energiekonzerns BKW in Bern treffend gesagt hat:

« Was i wott säge,
dä Kampf gäge ne Technik,
wo d Wäut iren Art bedroht,
wo mir üs mit üsne Mönschechöpf
gar nid im ganzen Usmass
chöi vorschtöue,
dä Kampf,
das isch e Kampf wo aui aageit,
es isch e gsöuschaftleche Kampf.»

Seine Rede «Jetzt warte si eifach wieder» können Sie in dieser Ausgabe von Neuland nachlesen. Aus Kairo berichtet die Nahostspezialistin Susanne Schanda, die mehrere Jahre in der ägyptischen Hauptstadt gelebt und gearbeitet hat. Dort wie hier ist konkret und im Alltag Gleichstellung ein Thema. Zum 20. Jubiläum des Frauenstreiktags im Juni 1991 können Sie auf Neuland auch ein langes Interview der Journalistin Nathalie Zeindler mit der Luzerner Alt-Nationalrätin Judith Stamm lesen, eine der Pionierinnen in Sachen Gleichstellungspolitik.

Neuland wird neu auch von Jan Voellmy, Designer und Künstler, Corinne Buchser, Journalistin, Claudia Salzmann, Social-Media-Managerin und Reto Bürkli, Designer gemacht. Sie verstärken die bisherigen Neuland-Macherinnen: die Journalistin Anita Hugi, Initiantin von Neuland, die Journalistin Judith Stofer und die Künstlerin Lena Eriksson, welche für die Zeichnungen und für das Kuratieren des Covers signiert.

Neu haben wir im Kolumnenteil einen Fortsetzungsroman an Bord – mit Sogwirkung. Die Kolumnisten Steffen Lietz und Hans Stofer gehen in eine neue Runde von 6 Ausgaben, Santa Lemusa entsendet ab Herbst den TV-Korrespondenten Peter Polter. Der Musikspezialist Veit Stauffer macht eine Sendepause, Musiktipps können Sie aber gleich vor Ort, in seinem RecRec-Musikladen in Zürich einholen.

Neu erscheint Neuland alle zwei Monate. Während der Testphase der ersten sechs Ausgaben haben wir einsehen müssen, dass die Herstellung jeder neuen Ausgabe und die Finanzierungssuche viel mehr Arbeit bedeuten, als wir allmonatlich leisten können. Statt Quantität haben wir uns deshalb im Sinne der Qualität und Kontinuität für einen zweimonatlichen Erscheinungsrhythmus entschieden. Wir hoffen, dass Sie Neuland dennoch mit Neugier verbunden bleiben!

Mit lieben Grüssen
Ihr Neuland-Team