Auf Landjagd in Wisen

Statt Stadtausflügen haben zwei passionierte Zürcher Designerinnen seit 2007 Dorfbesuche unternommen. Das Buch, das aus ihren zahlreichen Visiten entstand, heisst «Landjäger» und avancierte zu einem kleinen, feinen Bestseller, der soeben in zweiter Auflage erschienen ist. Der Erfolg macht die zwei Landjägerinnen allerdings nicht träge… sie waren seither wieder auf Landschau, unter anderem im Kanton Solothurn.

Wisen, SO

Steckbrief:

Das klassische Haufendorf Wisen liegt sanft in die hügelige Landschaft des Solothurner Juras eingebettet. Dank der relativ hohen Lage nördlich des Jurahauptkamms zählt die Gegend nur vereinzelte Nebeltage und gilt so besonders im Spätherbst als empfehlenswertes Ausflugziel, um der dicken Nebeldecke für ein paar Stunden entkommen zu können. Der Ortsname führt auf den althochdeutschen Personennamen Wiso zurück, doch lässt der markante Felszug des Fluehbergs (935 m.ü.M.) fast schon auf die Namensgebung durch die augenfällige Formverwandtschaft mit einem haarigen Wisentbuckel schliessen.

Dem Postauto entstiegen, bleibt der Blick des aufmerksamen Besuchers als erstes verwundert auf dem Kantonsstrassenschild Richtung Zeglingen haften. «Moskau-Peking» steht da geschrieben, als wäre das der naheliegendste Hinweis der Welt. Man munkelt, dass die Dorfbewohner hier selber Hand angelegt haben, nachdem auf den gelieferten Schildern der kantonalen Amtsstelle zweimal in Folge das Zeglinger «N» im Namen unterschlagen wurde.

Weitere versteckte Details der Wismer Umgebung entfalten sich erst auf den zweiten Blick. So ist die Landschaft der Gegend von auffallend vielen Dolinen gefleckt, die klangvolle Namen wie Goldloch oder Rumpelloch tragen. Im Goldloch ob dem Dorfe haben die Wismer um 1804 denn auch tatsächlich nach Gold gegraben, jedoch ohne tatsächlich fündig zu werden. Auch das geheimnisvolle Rumpelloch unterhalb der «Baselbieter Rigi», dem Aussichtsturm auf dem Wisenberg, macht schon lange von sich reden, insbesondere weil das geheimnisvolle Loch stattliche acht Meter tief senkrecht in den Berg absinkt.

Wisen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben Viehzucht, Milchwirtschaft, Ackerbau und Obstbau, vor allem Kirschbäume, einen wichtigen Stellenwert. Für Informationen zu lokalen Köstlichkeiten wie hausgemachten Likörs und Konfitüren oder Wachteleiern und Bio-Natura-Beef frisch vom Gysin-Hof wende man sich ans freundliche Team vom «Blitz-Lädeli», das 2008 neu eröffnet wurde. Und bevor man wieder in den Bus nach Olten steigt, sei auch die Auswahl an Gasparini-Glacestängeln dort im Tiefkühler gleich neben der Kasse wärmstens empfohlen.

Adressen:

Gysin Hof (Zertifiziertes Bio-Natura-Beef)
Fam. Elisabeth Gysin – Bloch
Froburgstrasse 145
4634 Wisen
062 293 23 08
e.gysin@swissonline.ch

Blitz-Lädeli
Schulhausplatz 207
4634 Wisen
Montag – Freitag 07.30-12.00 / 15.30-19.00 Uhr
Mittwochnachmittag geschlossen
Samstag 07.30-13.00 Uhr

Restaurant Sonne
Hauptstrasse 62
4634 Wisen
Telefon 062 293 23 32
Mo, Di Ruhetag
www.sonneinwisen.ch

Landjäger – 60 Dörfer | 2. Auflage Oktober 2011 | Fr. 32.- (exkl. Portokosten).
Liste der Bezugsorte und Bestellung auf www.landjagd.ch.